ExRotaprint

Henry George – Ökonomischer Wegweiser durch das 21. Jahrhundert

Tagung anlässlich des 120. Todestages von Henry George
veranstaltet von der Initiative Grundsteuer: Zeitgemäß
Mittwoch, den 1. November 2017, im ExRotaprint Projektraum

Henry George wurde verschiedentlich als der letzte große klassische Ökonom bezeichnet. Zugleich ist er einer der bedeutendsten, wenn nicht der bedeutendste Bodenreform-Theoretiker überhaupt. Das Hauptwerk von Henry George, „Fortschritt und Armut“, war seinerzeit über Dekaden hinweg eines der weltweit am meisten gelesenen Bücher und wurde schon bald in mehr als 15 Sprachen übersetzt. Die Ausgangsfrage von Henry Georges Untersuchungen war, warum gerade in den sich entwickelnden Industriegesellschaften trotz eines enormen Anstiegs der Produktivität die Armut überhandnahm. Henry George nahm dabei in vielerlei Hinsicht die Ideen der französischen Physiokraten wieder auf, ging allerdings gedanklich weit über diese hinaus. Er betrachtete – ähnlich wie die Physiokraten – Boden (incl. Natur) und Arbeit als die originären, und Kapital lediglich als einen abgeleiteten Produktionsfaktor. Damit steht sein Werk der neoklassischen Lehre diametral entgegen, welche die bis heute weitgehend „bodenlose“ Wirtschaftswissenschaft prägt. Obwohl Henry George das Privateigentum an Grund und Boden grundsätzlich ablehnte, wollte er es aus politisch-pragmatischen Gründen nicht abschaffen. Stattdessen sollte es über eine Besteuerung der Bodenerträge „entkernt“ werden. Noch mehr: Wie schon die Physiokraten wollte er mit seinem Vorschlag einer „Single Tax“ auf den Bodenertrag alle anderen Steuern ersetzen. Wenngleich die Mehrzahl der heutigen Ökonomen diesem Vorschlag in seiner Radikalität nicht folgen wollen, so besteht doch ein breites Einvernehmen über die Vorzüge einer Bodenwertsteuer gegenüber anderen, heute in den meisten Staaten dominierenden Steuerarten.

Anlässlich aktueller, globaler Herausforderungen – nachhaltige Ressourcennutzung, Verteilungs- und Chancengerechtigkeit, Gestaltung der Staatsfinanzen u.a.m. – vermag Henry Georges Theorie auch und gerade heute eine sinnvolle Orientierung zu geben. Derzeit besteht in Deutschland die historische Chance, über die anstehende Reform der Grundsteuer sein Gedankengut konkret umzusetzen und zum Wohle der Gemeinschaft nutzbar zu machen. Die Grundsteuer als Bodenwertsteuer würde u.a. zu einem steigenden Wohnraumangebot führen und hätte eine dämpfende Wirkung auf Bodenpreise und Mieten.

Programm:

14.00: Daniela Brahm (ExRotaprint gGmbH) und Dr. Ulrich Kriese (Stiftung Edith Maryon): Begrüßung und Einführung in das Thema

14.15: Keynote: Prof. Dr. Ottmar Edenhofer (Potsdam Institut für Klimaforschung, TU Berlin): Georgismus als Leitbild für die nachhaltige Nutzung globaler Gemeingüter?

15.15: Prof. Dr. Hans Diefenbacher (Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft Heidelberg): Henry George zwischen François Quesnay und Adolf Damaschke

16.00: Kaffeepause

16.30: Prof. Dr. Dirk Löhr (Hochschule Trier, Umwelt- Campus Birkenfeld): Fortschritt und Armut – die Geoklassik von Henry George bis heute

17.15: Dr. Ulrich Kriese (NABU Bundesverband): Was tun gegen Bodenspekulation und Mietenwahnsinn? „Grundsteuer: Zeitgemäß!“ – Der bundesweite Aufruf zur Einführung einer Bodenwertsteuer

18.00: Abschlussdiskussion

18.30: Ende der Veranstaltung

Moderation: Prof. Dr. Stephan Tomerius (Hoch- schule für Wirtschaft und Recht, Berlin)

Mehr Infos hier

Anmeldung unter: i.klein@umwelt-campus.de

 


 

Open Mic

 

Komm vorbei, arbeite mit uns!
Come by, put your name in the hat, work with us.
Ensemble Adapter im ExRotaprint Projektraum

Stücke, Fragmente, Ideen?
Wir arbeiten an Ort und Stelle mit so vielen KomponistInnen wie möglich
nächster Termin:  8. November 2017, 20:00
Vorschau: 13. Dezember

 


 

Gesellschaftlicher Wandel braucht Engagement

Wohnbund Fachtagung
am 17.11.2017, 10:00 – 18:00 im ExRotaprint Projektraum

Die Wohnungspolitik muss sich in Zeiten tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen neuen Herausforderungen stellen.

Selbstorganisation, Teilhabechancen für alle und Möglichkeitsräume auch bei enger werdenden Märkten sind wichtige Parameter, die es in aktuelle Planungs- und Entwicklungsprozesse zu integrieren gilt. Selbstbestimmtes Wohnen in der Stadt wird allseits gern postuliert, ist aber immer noch keine Selbstverständlichkeit.

Der wohnbund hat sich das Ziel gesetzt, diesen Prozess mit Veranstaltungsangeboten und Publikationen zu begleiten. Auf der Tagung am 17.11.2017 in Berlin geht es darum die Spannungsfelder der Themen Wohnen, Gemeinwohl, Quartiersentwicklung und öffentlicher Raum entsprechend neu auszuloten.

In drei Panels zu – Offenheit, Pioniere, Labore – sollen die Bedingungen für selbstverantwortliches Engagement im Quartier sichtbar gemacht, Wohnen und Wohnprojekte als Transformatoren für Gemeinwohl und Engagement vermittelt und Übertragbarkeit von Kleinteiligkeit in Projekten in größere Strukturen ausgelotet werden.

Weitere Informationen unter: www.wohnbund.de

Anmeldung unter: info@wohnbund.de